Thementag »(de)coding bodies«

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Rosa Menkman: Lena JPG Söderberg, Jennifer in Paradise and the Angel of History.

Thementag (de)coding bodies

Mit Beiträgen von:
Ira Konyukhova, Annika Larsson & Isabel Gatzke, Rosa Menkman, Sabine Mertel & Reingard Schusser, Jasmin Schädler und Julia Wirsching.

In welchem Verhältnis zum Digitalen steht der (menschliche) Körper? Wie sieht Körperpolitik im digitalen Raum aus? Wie werden Körper gedacht und dargestellt? Mit dem Thementag (de)coding bodies wollen wir im Kunstverein Hildesheim Fragestellungen bearbeiten, die im Zusammenhang mit der Ausstellung performing the system und den darin gezeigten künstlerischen Arbeiten auftauchen. Dabei wird eine gemeinsame theoretisch-praktische Auseinandersetzung mit den Themen der Ausstellung, aber auch mit neuen Inhalten, die an die Arbeiten anknüpfen, ermöglicht.

Die Beiträge verschiedener Akteur*innen aus Kunst und Wissenschaft drehen sich um Themen, die sich aus dem Zusammendenken von Körpern und Digitalität ergeben.

So wird untersucht, welchen Effekt die Nutzung von Virtual Reality Brillen auf den physischen Körper hat und welche Konflikte und Potenziale sich daraus ergeben. In einem Flüsterkino wird eine Stimme hörbar werden, die irgendwo zwischen Realität und technischer Imitation, Peep Show und Beichtstuhl oszilliert. Wie Algorithmen auf Körper ‚blicken‘ und wie unsere Körperbilder davon beeinflusst werden, wird in einem Kurzworkshop erforscht. Ein gemeinsamer Spaziergang wird das Laufen in den Blick nehmen, als Modus, in dem Körper transformiert und (um-)sortiert werden können. Künstlerisch geforscht wird außerdem an der Möglichkeit, künstliche Intelligenzen zu generieren, die sowohl in der digitalen als auch in der physischen Welt Vorbilder haben – hier ist das Vorbild die Pop-Band t.A.t.U. – und dabei eine eigene Identität entwickeln. Den Abschluss wird ein Vortrag über die politischen und sozialen Implikationen (Biases) digitaler Codes und Algorithmen bilden.

Außerdem werden wir am Thementag die Bühne vor dem Kunstverein eröffnen, die einen neuen Raum zur Versammlung bietet und künstlerische Auseinandersetzung in die Öffentlichkeit, gewissermaßen auf die Straße holt.

Ausführliche Informationen zu allen Beiträgen des Thementags.

Programm:

12.00 – 12.30 Uhr
Nora Brünger & Luzi Gross:
Begrüßung, Beginn des Thementags

12.30 – 13.30 Uhr
Sabine Mertel & Reingard Schusser:
Laufen und Wandern als Dekonstruktion des aktuellen Corpus
(Input/Spaziergang)

13.30 – 14.30 Uhr
Eröffnung der Bühne, Snacks & Drinks

14.30 – 15.15 Uhr
Annika Larsson & Isabel Gatzke:
Nonknowledge, Laughter and the Moving Image
(Video/Input/Gespräch)

15.15 – 16.00 Uhr
Ira Konyukhova:
Pop-Cyborgs or They not gonna get us
(Vortrag/Gespräch)

16.00 – 17.00 Uhr
Julia Wirsching:
Das Flüsterkino
(Installative Performance)

Kaffee-Pause

17.00 – 18.00 Uhr
Jasmin Schädler:
The algorithmic gaze
(Input/Workshop)

18.00 – 19.00 Uhr
Rosa Menkman:
Lena, Jennifer and the Angel of History. Proposing a test card for color-decalibration
(Vortrag in engl. Sprache)

19.00 – 20.00 Uhr
Gemeinsames Abendessen

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Eine Bühne für den Kunstverein!

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Eine Bühne für den Kunstverein!
Aufruf zur gemeinsamen Bau-Aktion

Anlässlich der Gruppenausstellung »performing the system« schaffen wir in Kooperation mit der Fachschule für Holztechnik und Gestaltung eine Holzplattform vor dem Kehrwiederturm, einen Ort für Kunst und Austausch im öffentlichen Raum: Eine Bühne!

Die Umsetzung erfolgt vom 18. – 20. Juni 2018, und hierfür brauchen wir deine Unterstützung!

Du weißt, wie man einen Akku-Schrauber hält? Kennst den Unterschied zwischen Bohlen und Brettern? Hast noch nie eine Stichsäge in der Hand gehabt, aber Lust gemeinsam mit anderen Menschen zu werkeln und den Tag erschöpft, aber glücklich ausklingen zu lassen? Wir wenden uns an alle Hildesheimer Bürgerinnen und Bürgern, die Lust haben, kollektiv einen Ort der Begegnung zu erschaffen.

Dein Interesse ist geweckt und du kennst bau-begeisterte, neugierige Menschen?

Wirf einen Blick in den Anhang und leite unseren Aufruf an deine Freund*innen weiter!
Schreibt uns gerne, wenn ihr dabei sein möchtet.
Wir freuen uns auf euch!
Das Bühnen-Bau-Projekt-Team
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Workshop – Öffentliche Orte und ihre Körper

WORKSHOP – ÖFFENTLICHE ORTE und ihre Körper

Anlässlich des Bühnenbaus vor dem Kunstverein Hildesheim laden Elisa Elwert und Maren Pfeiffer zu einem künstlerisch-praktischen Workshop ein.
Gemeinsam soll beobachtet werden, wie sich Körper an öffentlichen Orten bewegen, begegnen, wie sie inszeniert und organisiert werden.
Es wird eine künstlerische Praxis des Forschens und Dokumentierens im öffentlichen Raum erprobt.
Der Auftakt ist am 18. Juni um 16 Uhr am Kehrwiederturm. Wir freuen uns auf interessierte Mitstreiter*innen!

neu bild Kunstverein Hildesheim, Aufruf Workshop für innerstädtische Begegnungen „Öffentliche Orte und ihre Körper“, Konzept Elisa Elwert und Maren Pfeiffer.jpg

Sommerfest & Urban Community Kitchen

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„Urban Community Kitchen“ von Mirko Mertens

9.6.2018 – Sommerfest & Uraban Community Kitchen

Am Samstag, den 09.06. wollen wir gemeinsam kochen, essen und die dritte Etappe von »performing the system« eröffnen. Gekocht wird mit der „Urban Community Kitchen“ von Mirko Mertens.

Die Plätze für das Essen sind begrenzt, deswegen bitten wir um eine kurze Anmeldung bis Mittwoch Abend, den 06.06. Über: info@kunstverein-hildesheim.de

Die Ausstellung öffnet wie gehabt um 12 Uhr und ab 18 Uhr könnt ihr uns beim Gemüse schneiden und kochen unterstützen, damit um 19 Uhr gegessen werden kann.

Wir hoffen auf gutes Wetter, sind aber auch auf Regen vorbereitet. Wir freuen uns auf euch!

Start der Filmreihe „Bewegungen“

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Filmstill aus „Attenberg“, Regie: Athina Rachel Tsangari, 2010

29.05.2018 – Start der Filmreihe „Bewegungen“

In einer Kooperation mit dem Kellerkino der VHS Hildesheim, zeigt der Kunstverein das Filmprogramm „Bewegungen“.

Im Programm geht um Bewegung im künstlerischen, politischen aber auch elementar körperlichen Sinne. Der Film Beuys von Andres Veiel (2017) präsentiert den Künstler Joseph Beuys als Visionär, der seiner Zeit voraus war. „Beuys“ erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten in den Kern bis heute relevanter gesellschaftlicher Debatten. Chance 2000 – Abschied von Deutschland heißt Kathrin Krottenthaler und Frieder Schlaichs 2017 erschienener Film zu Christoph Schlingensiefs politischem Engagement bei der Bundestagswahl 1998. Citizenfour (2014) von Laura Poitras ist eine Dokumentation über den US amerikanischen Whistleblower Edward Snowden und die durch ihn aufgedeckte globale Überwachungs- und Spionageaffäre. Im Spielfilm Altenberg (2010) von Athina Rachel Tsangari geht es um die 23-jährige Marina, die eine als eigenartig, fast abschreckend empfundene menschliche Spezies durch die Brille von Tierdokumentarfilmen beobachtet.

Alle Filmscreenings finden statt im Riedel-Saal der VHS, Pfaffenstieg 4-5, 31134 Hildesheim.

Die Termine sind:

Dienstag, 29.05., 17 & 19.30 Uhr: Beuys, 2017
Dienstag 05.06., 17 & 19.30 Uhr: Chance 2000 – Abschied von Deutschland, 2017
Dienstag 12.06., 17 & 19.30 Uhr: Citizenfour, 2014
Dienstag 19.06., 17 & 19.30 Uhr: Attenberg, 2010

Open call: (de)coding bodies

Open call: (de)coding bodies

Thementag im Rahmen der Ausstellung »performing the system« im Kunstverein Hildesheim
Am Samstag, den 23. Juni 2018, von 12:00 bis 22:00 Uhr

OPEN CALL (de)coding bodies als PDF

! Beiträge einsenden bis Sonntag, den 3.6.2018 !

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Sebastian Schmieg & Crowdworker: Segmentation Network, 2016

Worum es geht

Wir suchen Beiträge für den Thementag »(de)coding bodies« im Rahmen der Ausstellung »performing the system« im Kunstverein Hildesheim. Informationen zur Ausstellung / Ausstellungs-Booklet (PDF)

Der Thementag beschäftigt sich mit Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der Ausstellung und den künstlerischen Arbeiten auftauchen. Es geht um Körper, Macht und Politik, um Normierungen und abweichendes Verhalten, um Digitalität, ihre technischen Bedingungen und ideologischen Strukturen.

Mit dem Thementag wollen wir die in der Ausstellung aufgeworfenen Fragen zu Kunst, Körper, Politik, Überwachung und Digitalität vertiefen und ergänzen. Besonderen Fokus wollen wir dabei auf den Körper legen: Wie ist dessen Verortung im digitalen Raum und in welchem Verhältnis zum Digitalen steht der physische Körper? Wie sieht Körperpolitik im digitalen Raum aus? Wie werden Körper geträumt und dargestellt?

Denkbare Zugänge

Wir freuen uns auf Beiträge aus unterschiedlichen Feldern und Perspektivierungen wie Cyberaktivismus, Technofeminismus, aktivistischer Vernetzung, (Bio-)Hacking, Normalitäten/ Monströsitäten, Cyborgs, Glitches… et cetera.

Unsere Einladung richtet sich an

Denker_innen, Student_innen, Aktivist_innen, Programmierer_innen, (Netz-) Künstler_innen, Tänzer_innen, Wissenschaftler_innen, Musiker_innen, Workshopleiter_innen, Forscher_innen, Performer_innen und so weiter, die sich mit den oben genannten Themen und Fragestellungen beschäftigen.

Folgende Infos brauchen wir von euch

  • Ca. 1 Seite inhaltliches Konzept, ggf. Fotos/Links, gerne auch in Stichworten
  • Angaben zum Umfang des Beitrags (Workshops 1 – 3 h, Performances bis zu 1h, Inputs nicht länger als 30 Min.)
  • technische Voraussetzungen

Ein kleines Budget für die Deckung von Fahrtkosten ist vorhanden.

Meldet euch bis zum 3.6.2018 unter info@kunstverein-hildesheim.de bei uns. Wir freuen uns auf spannende Themen, Formate und Inputs!

Nora Brünger und Luzi Gross / Kuratorinnen, Kunstverein Hildesheim

Das Programm wird gefördert vom Land Niedersachsen, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, der Friedrich Weinhagen Stiftung, der Stadt Hildesheim, der Stiftung Universität Hildesheim und dem Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Hildesheim.

 

18.05.2018, 19 Uhr – Lecture: Sebastian Schmieg „Humans as software extensions“

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Sebastian Schmieg & Crowdworker: humans as software extensions, lecture extract, 2018

18.05.2018, 19 Uhr – Lecture: Sebastian Schmieg „Humans as software extensions“

Während Technologien oft als Erweiterungen unserer Körper beschrieben werden, betrachtet Sebastian Schmieg in seinem Vortrag diese Beziehungen aus der entgegengesetzte Perspektive: Menschen als Software-Erweiterungen, die ganz einfach eingesteckt, neu verkabelt und wieder ausrangiert werden können. Computernetzwerke werden durch unsere Körper, unsere Sinne und unser Denken erweitert: beispielsweise wenn wir CAPTCHAs lösen und dadurch künstliche Intelligenz trainieren, wenn sich Menschen als Bots ausgeben müssen, wenn Arbeit vermittels Onlineplattform und Handy organisiert wird oder wenn Arbeiter_innen gar programmierbar werden. Menschen die Maschinen erweitern – so lassen sich schon seit geraumer Zeit viele Formen der Arbeit beschreiben. Da vernetzte Software nun jedoch alle Aspekte unserer Arbeits- und Lebenswelten durchdringt, wird die algorithmische Analyse, Organisation und Modulation von Körpern allgegenwärtig. Die Verfasstheit von Menschen als Software-Erweiterungen, zu denen auch wir uns zählen können, wie auch viele der Menschen, die für uns arbeiten, wird Schmieg anhand einer Reihe von Beispielen illustrieren, um dann abschließend mögliche Interventionen innerhalb algorithmischer Systeme vorzuschlagen.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung »performing the system« statt. Mit Sebastian Schmiegs Vortrag startet zugleich die zweite Etappe der Ausstellung, in der ab Freitag, den 18.5., dann auch Arbeiten des Künstlers sowie von Stephanie Comilang zu sehen sein werden.

04.05.2018, 20.00 Uhr – Film screening: Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival

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Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival (Fabrizio Terranova, 2016)

04.05.2018, 20.00 Uhr – Film screening: Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival

Im Rahmen der Gruppenausstellung „performing the system“ im Kunstverein Hildesheim zeigen wir den Film „Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival“ (Fabrizio Terranova, 2016).

Die Philosophin und Biologin Donna Haraway ist Wissenschaftlerin und begabte Geschichtenerzählerin. Bekannt wurde sie in den 1980er Jahren mit der Figur der*des Cyborg, welche sich gängigen Dualismen kultureller Ordnungen entzieht. Kürzlich hat Haraway das „Companion Species Manifesto“ verfasst und ein Buch über „Monströse Versprechen“ geschrieben. Sie malt in ihren Texten ein rebellisches und utopisches Universum nicht-binärer Kreaturen und Trans-Spezies und inspiriert sowohl andere Denker_innen und Wissenschaftler_innen als auch viele Künstler_innen dazu, über gängige Schemata hinauszudenken.

Für sein skurriles Filmporträt verbrachte der Brüsseler Filmemacher Fabrizio Terranova mehrere Wochen gemeinsam mit Donna Haraway in ihrem Haus in Kalifornien.

Die Veranstaltung findet Freitag, 04.05 um 20:00 Uhr im &büro (Wollenweberstr. 52, 31134 Hildesheim) statt.

Originalversion in englischer Sprache