neue agenda? stadtteilforum idee 01239

28. April bis 26. Juni 2016

NEUE AGENDA? STADTTEILFORUM IDEE 01239
ALS FALLSTUDIE FÜR DEN KUNSTVEREIN HILDESHEIM

Mit künstlerischen Beiträgen von Ulf Aminde; Konrad Behr, Adina Huber & Béla Kästner-Kubsch; Torsten Birne; Kaavous Clayton & Matthew Houlding; Thilo Fröbel; Eva Hertzsch & Adam Page; Andrea Knobloch & Silke Riechert; u.a.

 

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Bild: Ausstellungsansicht Kunstverein Hildesheim, Neue Agenda, 2016.

EINE KOOPERATION ZWISCHEN DEM KUNSTVEREIN UND DEM INSTITUT FÜR BILDENDE KUNST UND KUNSTWISSENSCHAFT DER STIFTUNG UNIVERSITÄT HILDESHEIM

2016 beginnt zwischen dem Kunstverein und dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim eine intensive Kooperation, mit Studierenden, Künstler_innen und Hildesheimer Anwohner_innen, um eine Neuausrichtung des Kunstvereins in der Stadt zu erproben. Dabei ist es Ziel des Kunstvereins, in Dialog mit einem neuen, breiten und lokalen Publikum zu treten. In Bezug auf das Zusammenleben in Hildesheimsoll die Rolle seines Kunstvereins verhandelt und künstlerische Gestaltungsimpulse dafür gesetzt werden.

Der Beginn dieser Neuausrichtung ist das Ausstellungsprojekt Neue Agenda? Stadtteilforum IDEE 01239 als Fallstudie für den Kunstverein Hildesheim, das, kuratiert von den in Berlin lebenden Künstlern Adam Page und Eva Hertzsch, am 27. April 2016 im Kehrwiederturm eröffnet wird.

Im Kehrwiederturm wird ein Rückblick auf die künstlerischen Aktivitäten des von Langzeitarbeitslosen und Künstler_innen in der Großsiedlung Dresden- Prohlis gegründeten Stadtteilforums IDEE 01239 e.V. ausgestellt. Prohlis liegt am Stadtrand von Dresden und hat ca. 15.000 Einwohner_innen. Bei IDEE 01239 haben viele Menschen mit unterschiedlichen Biografien von 2007 bis 2012 die Idee verfolgt, mit zeitgenössicher Kunst und Kultur einen toleranten, respektvollen und sozialen Raum in ihrem Stadtteil selbst zu gestalten. Gemeinsame Motivation der z. T. durch Arbeitslosigkeit isolierten Anwohner_innen und der aus innenstädtischen Stadtteilen kommenden Künstler_innen war die Bearbeitung ihrer eigenen gesellschaftlichen und finanziellen Prekarität. Im Eigenauftrag nahmen sie die arbeitspolitischen Versprechungen der “Kreativen Ökonomien” in Anspruch, stellten Anträge an Arbeits-, Kultur-, und Planungsämter und richteten sich in einem ehemaligen Getränkeladen eine neue, informelle Arbeitsstätte ein. Das Stadtteilforum veranstaltete ein Programm mit Artist-in2 Residence, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen, Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum, Videoarbeiten und Workshops und vernetzte sich bundesweit, z. T. international. Somit schafften Künstler_innen und Nicht-Künstler_innen ihre eigenen Produktionsbedingungen und ein gemeinsames Arbeitsmodell als Alternative zur Logik des Kunstmarktes und zum Regelwerk des 2. Arbeitsmarktes der Agenda 2010.

Fotografien, Modelle, Texte, Videoarbeiten und Zeichnungen werden einen Einblick in die künstlerischen Aktivitäten und die Thematik von IDEE 01239 im Kehrwiederturm und an andere Orten in der Stadt (s.u.) geben.

 

AUSBLICKE AUF DIE STADT

Die Ausstellung wird zudem einen Ausblick in die zukünftige thematische Auseinandersetzung des Kunstvereins starten. Aus den Fenstern des Kehrwiederturms werden Banner ausgehängt, auf denen Fragen zur Rolle des Kunstvereins und zum städtischen Leben in Hildesheim stehen. Im oberen Stock wird innerhalb der Ausstellung ein „offenes“, von Studierenden betriebenes Büro eingerichtet. Dorthin können alle Anwohner_innen ihre Antworten auf diese Fragen bringen. Das Büro wird Anlaufstelle für Menschen sein, die die Ausstellung vermittelt bekommen möchten, sich bei der Formulierung einer Neuausrichtung des Kunstvereins einbringen möchten, ihre Ideen für das zukünftige Zusammenleben in ihrer Stadt mit Studierenden diskutieren und den tollen Ausblick vom Turm genießen wollen.

 

BEGLEITVERANSTALTUNGEN AN ANDEREN ORTEN IN DER STADT

Hergeleitet aus den Aktivitäten der IDEE 01239 und als Erprobung eines gemeinschaftsorientierten Vorgehens werden im Rahmen der Ausstellung sechs Masterstudierende des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim Begleitveranstaltungen an Partnerorten in der Stadt durchführen. Zum Beispiel sollen mit lokalen Initiativen und Vereinen an einem großen Runden Tisch in der Eingangshalle vom Rathaus Hildesheim zwei Gesprächsrunden zur zukünftigen Rolle des Kunstvereins öffentlich diskutiert werden.

Kuratiert von Eva Hertzsch & Adam Page.
Begleitveranstaltungen in der Stadt von Studierenden des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim.

 

RAHMENPROGRAMM

GESPRÄCHSRUNDEN IN DER EINGANGSHALLE DES RATHAUS HILDESHEIM
Mi. 4. Mai und am Mi. 11. Mai jeweils von 16 bis 17:30 Uhr.

GESPRÄCHSRUNDEN AUF DEM ANGOULEMPLATZ (SÜDLICH VOM HAUPTBAHNHOF)
Mi. 22. Mai von 18 bis 20 Uhr und Do. 23. Mai von 11 bis 13 Uhr. Eintritt frei. Jeder Wilkommen.

FÜHRUNGEN

Während der Ausstellung können bei Sarah Kepski: 0176 84677403 kostenlose Führungen nach Vereinbarung gebucht werden.

 

Zur Ausstellung Neue Agenda? ist eine Online-Publikation erschienen, die HIER abrufbar ist.